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Interkulturelle Kompetenz – Praktische Beispiele für Reisen rund um den Globus


Hamburg, 20. August 2019. Wer geschäftlich oder auch privat viel reist, sollte sich bewusst sein, dass jeder Kulturkreis unterschiedlich geprägt ist. Nicht alles, was in Deutschland „normal“ ist, wird auch in anderen Ländern als angemessen angesehen. Es lauern jede Menge Fettnäpfchen, die es zu vermeiden gilt. Deshalb ist es unbedingt empfehlenswert, sich vor einer Reise über die Gepflogenheiten im jeweiligen Gastland zu informieren.

Begrüßung & Visitenkarte:
Bei der Begrüßung eines Geschäftspartners und dem Austausch der Visitenkarten gibt es länderspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen, zum Beispiel:
• In England und den USA ist Körperkontakt bei der Begrüßung eher unerwünscht. Die Begrüßung per Handschlag ist somit unüblich.
• In Russland dagegen begrüßen sich nur die Männer mit Handschlag. Bei Frauen beschränkt man sich auf eine verbale Begrüßung und/oder ein Kopfnicken.
• In Japan ist es üblich, bereits bei der Begrüßung mit dem Geschäftspartner Visitenkarten auszutauschen und diese entsprechend (bei mehreren Gesprächspartnern hierarchisch absteigend) zu würdigen, bevor man sie in die Tasche steckt. Auch ist gehört es sich hier, die Visitenkarten mit beiden Händen und leichter Verbeugung zu überreichen bzw. entgegenzunehmen. Dabei sollte die Karte so gehalten werden, dass der Gesprächspartner sie lesen kann. Allerdings sollten Deutsche die japanischen Gepflogenheiten nicht im eigenen Land praktizieren, das mutet eher merkwürdig und unprofessionell an.

Sprache & Direktheit:
In der Regel erwarten ausländische Geschäftspartner nicht, dass Gäste ihre Sprache beherrschen – es sei denn, es handelt sich um Englisch.
Dennoch ist es hilfreich, ein paar Worte in der jeweiligen Landessprache zu beherrschen, dazu gehörten beispielsweise die üblichen Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln, „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“. Dies signalisiert Wertschätzung und zeigt, dass man sich auf den Termin vorbereitet hat. Wichtig dabei ist, dass man vorher die korrekte Aussprache übt, um unangenehme Missverständnisse zu vermeiden.
Unsere Kommunikationsform – Blickkontakt, schnell zur Sache kommen und Ablehnung direkt äußern – wird in vielen Kulturkreisen als unhöflich empfunden. Der Grund hierfür ist meistens, das eigene Gesicht oder das seines Gegenübers zu wahren. Ellenbogenmentalität und Selbstständigkeit sind vor allem Merkmale der westlichen, individualistischen Kultur.

Religion & Essen:
In manchen Ländern bestimmt die Religion den Alltag der Menschen und somit auch die Esskultur sowie das Verhalten bei Tisch. Hierzu ein paar Beispiele:
• Der Konsum von Alkohol ist in vielen arabischen Ländern ungewöhnlich, wenn nicht sogar verboten – obwohl das Wort „Alkohol“ ursprünglich aus dem Arabischen kommt.
• Da Schweine in der muslimischen Welt als unrein gelten, ist ein Geschäftsessen mit muslimischen Kunden, bei dem Schweinefleisch serviert wird, undenkbar. Damit sind auch alle Lebensmittel mit Gelatine (z. B. Gummibärchen) nicht auf dem Speiseplan eines Moslems zu finden.
• Laute Geräusche beim Essen wie Rülpsen und Schmatzen signalisieren in vielen Regionen Japans und Chinas dem Gastgeber, dass es dem Gast schmeckt.
In Indien und China gilt man als gierig und schlecht erzogen, wenn man die angebotenen Speisen sofort nimmt. Aufmerksame Gastgeber wiederholen ihr Angebot mindestens zweimal.

Weitere Themenbereiche, die im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, sind:
• Hierarchieverständnis und Führungsstile
• Rollenverständnis (Mann vs. Frau)
• Körpersprache & Distanzzonen
• Kleidung/Dresscodes & Farben
• Kontaktanbahnung, Small Talk & Netzwerken
• Geschenke-Etikette
Neben einschlägiger Literatur bieten auch die Websites der jeweiligen Landesbotschaften wertvolle Informationen rund um das Thema „Business Etikette“. Diese können für eine erste Auseinandersetzung mit anderen Kulturen sehr hilfreich sein – und sollten unbedingt genutzt werden.

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