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Umgang mit E-Zigaretten


Hamburg, 1. Mai 2018. Vor über 10 Jahren schickten Nichtraucher die Tabakraucher aus ihren Büros, Restaurants und Seminaren per Gesetz ins Ghetto. Seitdem geben sie sich in markierten Bereichen und an der frischen Luft ihrer Leidenschaft hin.
Die Gesundheitsbedachten unter ihnen dampfen nun. So heißt jetzt das „Rauchen“. Sieht aus, als würde jemand an einem Kuli nuckeln und Dunstwolken ausstoßen. Aller-dings fragen sich besorgte Mitmenschen, ob denn E-Zigaretten wirklich so harmlos sind. Und auch Etikette-Trainer werden zunehmend mit der Frage konfrontiert, ob man ungefragt im Beisein anderer dampfen darf.
Mit dem ausgeatmeten Aerosol der elektronischen Glimmstängel gelangen gesundheitsschädliche Substanzen wie Propylenglycol, Glycerin, Nikotin, Benzylalkohol und Formaldehyd in die Raumluft. Ohne Zweifel: diese Schadstoffe können insbesondere für sensible Gruppen problematisch sein. Unwissentlich nehmen wir diese Gifte dazu tagtäglich über Hautcremes, Kaugummis, Zahnpasta, Liköre, Fleisch- oder Schokoladenerzeugnisse (E 1519) zu uns. Einige dieser Toxika sind übrigens auch in grünem Tee und Nelkenöl vorhanden.
Propylenglycol (PG) ist auch der Grundstoff für Nebelmaschinen. Wenn ein DJ die Dampfmenge von 8.000 E-Smokern gefahrlos auf tanzende Teenies und Theaterbesucher vernebeln darf, kann doch niemand ernsthaft mit einer Schädigung Dritter durch die Verdampfung von PG durch E-Zigaretten daherkommen – meint die Dampfer-Lobby. Fakt ist, dass langfristige Studien fehlen, um Beeinträchtigungen eindeutig zu quantifizieren. Die große Gefahr bei E-Zigaretten ist das tiefe und häufige Inhalieren eines Chemiecocktails, von dem niemand genau weiß, was drin ist.

Verbieten oder zulassen? Die Rechtslage
Am Arbeitsplatz
Da bei den Umsteiger-Zigaretten lediglich ein Verdampfungsprozess stattfindet und keine Verbrennung, fallen E-Zigaretten nicht unter den Anwendungsbereich des Nichtraucherschutzgesetzes. Es besteht somit keine Verpflichtung des Arbeitgebers, E-Zigaretten am Arbeitsplatz zu verbieten. Die Tendenz geht allerdings zunehmend in Richtung Verbot.
Gastronomische Betriebe
Hier ist aus dem gleichen Grund Dampfen erlaubt. Da die Gastronomie unter der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes gelitten hat, können nun die Inhaber auf das erlaubte Dampfen hinweisen. Durch ihr Hausrecht ersparen sie somit Gästen den Weg vor die Tür.
Ob Kreuzfahrtschiff (international strenge Raucher-Regeln), Flugzeug (Akkus von E-Zigaretten dürfen nur ins Handgepäck) oder Bahn (Dampfen in deutschen Zügen verboten) – die gültigen Bestimmungen sollten vorher eingeholt werden!
Dampfend auf Reisen
In allen EU-Ländern gelten seit 2016 die Vorgaben der Brüsseler Tabak-Produkt-Richtlinie (TPD II). Dampfen sowie der Erwerb von Liquids ist in manchen Ländern dennoch (streng) reglementiert, z. B. Schweiz, Spanien, Finnland, Norwegen.
Wer in außereuropäische Destinationen fährt, sollte sich vorab eingehend schlau machen. Die Missachtung von Rauchverboten (auch für E-Zigaretten/E-Shishas) reichen bis hin zu hohen Geldstrafen (Brunei, Singapur, Dominikanische Republik, VAE …).

Unter Dampf in geschlossenen Räumen
Man kann dieses Accessoire der Neuzeit finden wie man will, sehr viele Menschen fühlen sich nicht ernst genommen und unangenehm berührt, wenn andere in ihrer Gegenwart in aller Seelenruhe Dinge tun, die Respekt vermissen lassen. Schon lange klagen Hochschulen über die selbstverständlichen Vesperorgien ihrer Studierenden während der Vorlesungen. In Seminaren, Assessment Centern, bei Präsentationen dampft nun schon mal einer ungefragt vor sich hin. Sensible Nasen riechen bei starken Liquids künstliche Aromen. Mit viel Power am Gerät gibt’s große, dichte Dunstwolken, die schlagartig die Umgebung einnebeln.
Wer sich durch dampfende Mitmenschen gestört fühlt, sagt dies am besten höflich und Dampfer fragen vor Gebrauch ihrer Zigarette. Die meisten der wohl inzwischen 3,7 Millionen E-Raucher (und der iQOSler) sind durchaus bereit, Rücksicht zu nehmen.

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